12/12/2008

Tote King im Interview

Damit sind die letzten Sommererlebnisse aufgearbeitet. Nach vielen verzweifelten Versuchen den Artikel auf der THE MESSAGE MAGAZIN - Homepage zu veröffentlichen ist es mir nun endlich geglückt.


Das Gespräch mit Tote King führte ich während meines Aufenthalts in Sevilla, wo ich dank der Hilfe von Jesús Escudero ein Interview mit dieser Raplegende ergattern konnte. Wir trafen uns in dem Proberaum seiner Band, der 10 Gehminuten außerhalb der früheren Stadtmauer, die die Innenstadt Sevillas umgibt, gelegen ist. Der Raum scheint, dem benzinartigen Geruch nach, vor nicht all zu langer Zeit noch eine Garage oder Werkstatt gewesen zu sein. Wir werden erstmal mit etwas zu trinken ruhig gestellt und in die Ecke gesetzt. Ein halbe Stunde lang probt die Band noch für ihren Auftritt dieses Wochenende in Cadiz. Alle wirken leicht erschöpft und Tote erzählt uns, dass sie sich die letzten Nächte um die Ohren geschlagen haben um das Set zu üben. Er wirkt etwas müde und irgendwie kommt mir vor, dass er auch während des Interviews in Gedanken immer wieder abschweift. Er hat wohl einiges um die Ohren zur Zeit. Dennoch das Interview verläuft gut. Tote nimmt sich Zeit für seine Antworten und ist ein interessanter Gesprächspartner. Nach 45 Minuten sind wir fertig und verabschieden uns. Jeder geht nun wieder seinen Weg. Nachdem ich mich von Jesús verabschiedet habe schlendere ich durch die Innenstadt nach Hause und denke darüber nach, dass ich Tote nie wieder sehen werde. Dies ist das Befremdliche an diesen Interviews, die ich führe. Man dringt während Interviews für eine gewisse Zeitspanne in das Leben eines Menschen und seziert es auf Basis von biografischen Eckpunkten. Nach dieser kurzen und intensiven Zeit, in der man vollständig aufeinander konzentriert ist, beschleicht mich oft dieses Gefühl. Es ist der Prozess der Loslösung, oder ich nenne ihn zumindest so. Ich Gedanken betrachte ich verschiedene Episoden des Interviews von Neuem, frage mich was für ein Mensch mir eben noch gegenüber gesessen ist und seine Ansichten und Werte vor mir gerechtfertigt hat. Ein Nachschwelgen noch rein schöner Erinnerungen, die der zukünftige Rückblick noch nicht verfärbt hat. Noch liegt der Duft des Raumes in der Nase und die Worte klingen in den Ohren nach.
Nun bin ich zu Hause.

Viel Spaß beim Lesen

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